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Ein Schwarzwald-Krimi, erschienen im Rowohlt Verlag Juli 2018

… Später liegt der Kommissar mit Magenschmerzen auf dem Sofa. Noch später wird er allen versichern, dass sie sich das nur eingebildet haben, das mit der Kirschtorte. «Ich habe ein wenig daran genascht und davon eine leichte Überzuckerung abbekommen, nichts weiter», wird er sagen. Noch später wird sich selbst Sam, der von der Schule gekommen ist, als das Spektakel im vollen Gange war, an nichts mehr erinnern. «Was, Papa hat eine Dreiviertel-Schwarzwälder Kirschtorte gegessen? In hundert Leben nicht», wird er sagen. Allein Claudia wird für immer felsenfest davon überzeugt bleiben, dass es sich genau so zugetragen hat…

… Dies ist der Augenblick, in dem Schmälzle ein bisschen fauchen wird, und ein wenig die Tatze zeigen. Roaaarrr – in Chicago gibt es keine Gnade! Bis Meißner gestanden hat. Bis er weiß, was mit Frau Lauer passiert ist. Wo er sie liegen gelassen hat, nachdem er fertig mit ihr war. Damit haben sie den Tatort. Auf jeden Fall. Sie haben die Leiche. Im besten Fall. Sie haben die Tatwaffe – mit Meißners Fingerabdrücken. Im Idealfall. Auch ein Bullenleben hat seine schillernden Augenblicke…

… Das zweite Bier war schuld! Als er am nächsten Tag das Foto von sich in der Zeitung sieht, flankiert von der Überschrift: Die merkwürdigen Ermittlungsmethoden der Wildbader Polizei. Unterschrift: Hat dieser Fuchsschwanz den Toten aus der Enz auf dem Gewissen?, kommt ihm diese Erkenntnis in den Sinn. Denn was außer den Auswirkungen des zweiten kleinen Bieres könnte ihn geritten haben, mit einer Handsäge unter dem Arm aus der Wirtschaft zu schleichen – am helllichten Tag? Mit Blutspuren drauf…